Terrarium
Unumstritten ist, dass eine Haltung im Freiland mit einem beheizbaren Frühbeet oder Gewächshaus das Beste ist, was wir unseren Griechischen Landschildkröten hierzulande bieten können.
Jedoch können Situationen auftreten, in denen man auf ein Terrarium zurückgreifen muss. Der Aufenthalt im Terrarium sollte nur übergangsweise erfolgen und bestenfalls einige Wochen dauern.
Ein Terrarium sollte den Bedürfnissen der Schildkröten nach frischer Luft, Helligkeit und passenden Temperaturen so weit wie möglich entsprechen. Dauert der Terrarienaufenthalt länger als wenige Wochen, muss für UVB-Licht gesorgt werden.
Die handelsüblichen Glasterrarien sind wenig geeignet, da sie zu wenig Platz bieten und weil unter einem geschlossenen Deckel kaum Luftaustausch stattfindet. Nur in sehr großen Terrarien ist es möglich, unterschiedliche Temperaturzonen zu schaffen. Eine Nachtabsenkung oder die für die Vorbereitung auf die Winterstarre notwendigen niedrigen Temperaturen sind im geheizten Wohnzimmer schwierig umzusetzen. Die vielfach empfohlenen Eigenbauten aus Bettschubladen, auf den Rücken gelegten Schränken o.ä. verbreiten oft eine schummrige Athmosphäre. Auch die besten Lampen verhindern nicht, dass durch die Wände oder die an den Seiten hochgezogene schwarze Teichfolie viel Licht geschluckt wird.
Nach verschiedenen unbefriedigenden Erfahrungen mit Eigenbauten habe ich bei meiner neusten Konstruktion den Schwerpunkt auf Helligkeit gelegt und einen lichtdurchfluteten Aufenthaltsbereich geschaffen. Hier das Ergebnis:

Grundfläche 1,00m x 1,20m, Höhe der Seitenwände: 24 cm, Material: Holz, Plexiglas, Beleuchtung: Lucky Reptile Bright Sun Desert 70W, PAR 38 Spot 60W, Hqi-Lampe 70W
Standort: Fensterbank eines Südfensters
Die niedrigen Bretter bilden eine optische Barriere. Sie sind mit Plexiglas abgedeckt, bleiben also hell, somit kann das Licht reflektiert werden. Durch die durchsichtigen Wände fällt ebenfalls Licht. Sie sind hoch genug, um Ausbrechern keine Chance zu geben. Das Plexiglas ist mit den seitlichen Brettern fest verschraubt und zum Boden hin mit Silikon abgedichtet. So lassen sich die glatten Wände leicht reinigen, was bei Krankheit oder Entwurmung wichtig ist.

Bei frühem Herbsteinbruch gehen Schlüpflinge manchmal schon Mitte bis Ende September in die Winterstarre. Diese Tiere wintere ich Ende Januar aus. Auch "mickrige" Tiere oder Tiere, die vor der Winterstarre nicht zugenommen haben, hole ich nach spätestens 4 Monaten aus der Winterstarre. Das Terrarium steht in einem ungeheizten Zimmer, die Temperaturen liegen nachts bei 10°C. Die Lampen sind Ende Januar von 9:30 bis 16:00 angeschaltet. Die tägliche Dosis Licht wird von Woche zu Woche erhöht. An trüben kalten Tagen wird der Raum tagsüber beheizt, so dass die Temperaturen je nach Platz zwischen 15°C und 35°C liegen. Das Terrarium ist leicht zum Fenster hin geneigt, so dass ein Optimum an Sonnenlicht eingefangen werden kann. An Sonnentagen sind die Tiere deutlich aktiver als bei künstlicher Beleuchtung, da sie den sonnenbeschienenen Bereichen folgen. Als Bodensubstrat dient eine Mischung aus lehmiger Gartenerde und Floraton 3. Es gibt Erhebungen und Senken aus Steinen, eine mit Moos gefüllte Röhre und bepflanzte Blumentöpfe. Für den Fall, dass die Schildkröten bei ihren Erkundungsversuchen auf den Rücken fallen, ist der gesamte Boden sehr uneben, so dass sie Halt finden, um wieder auf die Beine zu kommen. Außerdem habe ich eine große Grassode ausgestochen, aus der Klee, kriechender Hahnenfuß und Knoblauchsrauke sprießen. Den Boden bestreue ich mit Kressesamen. Die innerhalb von 2 Tagen auftauchenden Keimlinge werden von den Schlüpflingen gern gefressen. Zur Ausstattung gehören noch mehrere flache Wasserschälchen. Die Grassode wird meist als Schlafplatz aufgesucht. Jeden Morgen wird das gesamte Terrarium mit dem Brausekopf der Gießkanne gegossen.
Die Schlüpflinge haben das Terrarium gut angenommen. Beschwerden - angezeigt durch permanentes am Rand Entlanglaufen - gab es bisher nicht.

Bauanleitung
Material:
Eine Bodenplatte
1 Folie (hier ein alter Duschvorhang)
4 Bretter (hier Fußbodendielen)
Dreiecksleiste, 4 Abschnitte a 24cm
Leisten, 4 Abschnitte a 100 bzw. 120cm
1,00m x 1,20m Plexiglas von der Rolle, 1mm stark
ca. 100 kurze Holzschrauben mit Senkkopf
Aquarien-Silikon
Werkzeug:
Akkuschrauber oder Knarre, Stichsäge, Tacker, Cutter, Winkel, Stahllineal, Schmirgelpapier
Materialkosten: knapp 70,- EUR, sofern man nicht auf eigene Vorräte zurückgreifen kann. Improvisation ist alles! 
Arbeitszeit für eine/n durchschnittlich geschickte/n Heimwerker/in: 1 Vormittag + Wartezeiten (Silikon!)
Arbeitsschritte:
Folie auf Bodenplatte tackern und ringsherum abschneiden

Bretter auf Gärung sägen und auf der Bodenplatte festschrauben
4 Plexiglaswände mit Stahllineal und Cutter zuschneiden: Innenmaß der Wände x gewünschte Wandhöhe. Tipp: Plexiglas vor dem Schneiden einige Tage pressen, z.B. unter einem Teppich, damit es sich beim Verarbeiten nicht dauernd aufrollt.
Plexiglas von innen gegen die Bretter schrauben.
Dreiecksleisten in die Ecken setzen und verschrauben
schmale Abschlussleisten an die Dreiecksleisten schrauben
evtl. Befestigungen für Klemmspots anbringen.
Fugen mit Silikon abdichten

Terrarium aufstellen und einrichten
