Weibchen oder Männchen?

 

Bei ausgewachsenen Griechischen Landschildkröten zeigt sich die Geschlechtszugehörigkeit am eindeutigsten an der Länge des Schwanzes und an der Form der Analschilde.

 

      

Drei adulte Weibchen: Der Schwanz ist kurz. Die Analschilder erinnern an ein auf den Kopf gestelltes Herz.

 

      

 Männchen haben einen deutlich längeren Schwanz. Die Analschilde sind breit und schmal. Der Bauchpanzer ist leicht nach innen gewölbt.

Sehr häufig (aber nicht immer) ist bei ausgewachsenen Männchen das Schwanzschild (Caudalschild) deutlich nach innen gebogen. Das 5. Wirbelschild steht senkrechter als bei Weibchen, bei denen das Heck flacher abfällt. Dies ist aber auch abhängig von der Unterart. Thh und Thherc sind in der Regel steiler gebaut als Thb.

Weibchen adult

Männchen adult
4-jährige Thb. Sie wird sich als Weibchen entpuppen. 6-jährigeThb. Der Schwanz ist noch kurz. Die Form des Schwanzschildes bestätigt, dass es sich um ein Männchen handelt.

 

Weibchen Männchen

Bei Männchen wirken die Gliedmaßen im Vergleich zum Panzer größer. (Bild oben)

Weibchen haben häufig einen ovalen Grundriss, während bei Männchen der Panzer nach hinten breiter ausläuft. Die Marginalschilde sind bei Männchen meist stärker geschwungen.

Männchen sind lebhafter. In Gefangenschaft nehmen sie leichter Kontakt zum Halter auf

Männchen haben im Durchschnitt eine längere Aktivitätsphase. Sie gehen später in die Winterruhe und tauchen früher wieder auf (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Der Kopf ist bei Weibchen tendenziell gedrungener, die Augen wirken größer, der Schädel kürzer - wie die Porträits auf den Bildern unten zeigen. Männchen haben ein lebhafteres Spektrum an charakteristischen Kopfbewegungungen

 
Weibchen   Männchen

 

Geschlechtsbestimmung bei Jungtieren

Nahezu unmöglich ist eine eindeutige Geschlechtsbestimmung bei Jungtieren unter 200g. Erst ab einem Gewicht von etwa 270g beginnen sich die spezifischen Merkmale allmählich auszuformen. Es verdichten sich die Hinweise darauf, dass sich Männchen, die bei höheren Temperaturen inkubiert wurden, erst später outen (!!!) So werden manche vermeintlichen Weibchen erst mit über 400g zu Männchen. Die Form der Analschilde bei Jungtieren unter 200g ist kein eindeutiger Hinweis auf das Geschlecht, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Der frühreife Willi wurde bei 28°C inkubiert. Schon mit unter 250g weist er deutlich männliche Merkmale auf:

Willi: August 2007: 163g Willi: Juli 2008: 242g Willi: August 2009: 387g

Goldi, eine Nachzucht von 2005, hat bis zum Alter von 4 Jahren eher "weibliche" Analschilde. In der Pubertät verändert sich die Form.

Goldi März 2007: 54g Goldi März 2008: 92g Goldi März 2009: 176g Goldi Juli 2009: 272g

Messner (NZ 2008) dagegen wurde lange Zeit für ein Männchen gehalten. Bei mittlerweile über 700g darf man sicher von einem Weibchen ausgehen.

Messner Aug..2009: 45g Messner Aug.2012: 217g Messner Juli 2013: 312g Messner Juli 2015: 705g

 

Das Aufreiten auf Artgenossen ist kein Hinweis darauf, dass man es mit einem Männchen zu tun hat. Denn das Balz- und Paarungsverhalten ist  manchmal schwer von Revierverteidigungsverhalten zu unterscheiden. Männchen "flirten" mit ihrer Auserwählten, indem sie sie ausgiebig von allen Seiten beriechen, sie in Kopf und Vorderbeine beißen und schließlich aufreiten. Ihre männlichen Gegner versuchen sie durch Bisse und Rammstöße in die Flucht zu schlagen. Auch Weibchen reiten auf Artgenossinnen auf und geben dabei sogar die typischen Fiepgeräusche von sich. Manche Halter beobachten dies kurz vor der Eiablage oder auch im Spätsommer, wenn Winterquartiere gesichert werden. Auch ganz junge Schlüpflinge "üben" schon das Aufreiten, ohne dass man daraus auf das Geschlecht schließen kann..

Im Allgemeinen sind aber Weibchen untereinander weniger rabiat als Männchen und sie zeigen dieses Verhalten nur vorübergehend.

 

   

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